Berliner Wasserwirtschaft
Berlins komplexes und technisch anspruchsvolles Wassermanagement sorgt für eine hervorragende Trinkwasserqualität und sehr saubere Gewässer.
Die Berliner Wasserwirtschaft wird derzeit umfassend modernisiert, um Versorgungssicherheit und Gewässerschutz trotz Klimawandel, Bevölkerungswachstum und sinkender Grundwasserneubildung langfristig sicherzustellen. Berlin setzt dabei stark auf Schwammstadtmaßnahmen: Neben dezentralen Lösungen wie Retentionsbodenfiltern, Grauwasserrecycling und Regenwassernutzung entstehen große unterirdische Speicherbecken zur Reduzierung von Mischwasserüberläufen. Gleichzeitig investieren die Berliner Wasserbetriebe massiv in Klärwerke, Netze und neue Brunnen.
Mit dem Masterplan Wasser verfolgt Berlin eine nachhaltige Strategie zum Ausbau von Infrastruktur und Ressourcen, darunter die mögliche Wiederinbetriebnahme früherer Wasserwerke sowie der Bau zusätzlicher Brunnen zur Erhöhung der Förderkapazitäten. Parallel arbeiten Berlin und Brandenburg an einer gemeinsamen Wasserstrategie 2050, um regionale Nutzungskonflikte und Klimafolgen zu bewältigen.
Die Berliner Wasserwirtschaft zeigt sich mit ihrer starken Ingenieurskompetenz für ihre Versorgung als resilient aufgestellt und entwickelt ihre Systeme kontinuierlich weiter.
Zahlen und Fakten
- Berlin fördert Rohwasser aus etwas etwa 650 Brunnen, betreibt über 100 Abwasserpumpwerke und ein etwa 9.750 km langes Kanalnetz, sowie über 1.000 km Druckrohrleitungen.
- Die Hauptstadt versorgt sich selbst mit Trinkwasser aus regionalen Ressourcen und speist das Abwasser nach entsprechender Behandlung in den lokalen Wasserhaushalt ein.
- Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) sind das größte Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland und spielen eine wichtige Rolle in zahlreichen F&E-Projekten.
- Die Messe TAUSENDWASSER ist die Berliner Branchenfachveranstaltung mit überregionaler Bedeutung.
- Der Fachkräftekongress InfraSPREE ist der Branchengipfel und das Netzwerktreffen der Wasserwirtschaft und technischen Infrastruktur in Berlin und Brandenburg.
- Eine Vielzahl innovativer mittelständischer Unternehmen stellen ein breites Technologieangebot bereit.
- Berlin bietet eine multidisziplinäre und international ausgerichtete Forschungslandschaft.
- Umfassende Vernetzung und sehr gute Kooperationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, u.a. mit dem KMU-Netzwerk MARIS Berlin Brandenburg, der Technischen Universität Berlin, dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin, den Berliner Wasserbetrieben, der Berliner Regenwasseragentur, etc.
Die Berliner Wasserwirtschaft verfügt über breites Know-how in Grundwasserbewirtschaftung, Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Regenwassermanagement. In den vergangenen Jahren wurden Forschungsergebnisse zunehmend in praxisnahe Leistungen überführt, um Berlin auf dem Weg zur Schwammstadt voranzubringen.
Aktuell entstehen große unterirdische Regenwasserspeicher, u. a. unter dem Mauerpark, die Mischwasserüberläufe reduzieren sollen. Neue Reallabore wie die Verdunstungsbeete in Berlin Tegel testen klimaresiliente Lösungen im Realmaßstab. Zudem fördern modellhafte Projekte wie die grundstücksübergreifende Regenwassernutzung im Preußenpark die dezentrale Bewirtschaftung von Niederschlagswasser. Mit der 2025 gegründeten Blau grünen Allianz treiben Senatsverwaltung, Wasserbetriebe, BIM und Grün Berlin die Umsetzung der Schwammstadt voran.
Interdisziplinäre Forschung
Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind zentrale Partner für die Wasserwirtschaft. An der TU Berlin wird das Forschungsnetzwerk „Wasser in Ballungsräumen“ kontinuierlich weiterentwickelt. Es bündelt Kompetenzen aus fünf Fakultäten und stärkt Themen wie digitale Wassersysteme, Klimaanpassung und urbane Resilienz. Neue Forschungsinitiativen wie „Smart Water Networks“ fokussieren auf sensorbasierte Technologien, datenbasierte Modelle und integrierte Infrastrukturplanung. Gleichzeitig beteiligen sich zahlreiche Fachbereiche an aktuellen Projekten, die sich mit Wasserverlusten, urbaner Abflussqualität und klimatischen Extremevents befassen.
Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) ist ein international renommiertes Zentrum für angewandte Wasserforschung. Seit 2025 erweitert die neue Forschungsgruppe „Wasser & Risiko“ das Portfolio um die quantitative Bewertung gesundheitlicher, ökologischer und digitaler Risiken in Wasserinfrastrukturen. Parallel wurde die Softwareentwicklung als eigener Schwerpunkt gestärkt und in die Gruppe „Smart City & Infrastruktur“ integriert.