Aerospace Kompetenzzentrum Berlin
Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen der Hauptstadtregion. Sie verbindet hohes Innovationsniveau mit anspruchsvollen Technologien.
Die Hauptstadtregion zählt zu den drei bedeutendsten Luft- und Raumfahrt-Regionen in Deutschland. Mit Global-Playern wie Planet Labs, Rolls-Royce und MTU sind Luftfahrt- und Raumfahrtunternehmen von Weltruf in der Region. In ihrem Umfeld bieten sich für kleine und mittlere Unternehmen vielfältige Chancen als Zulieferer oder im Dienstleistungs-, Sicherheits- oder IT-Bereich. Sie alle profitieren gleichermaßen vom außergewöhnlich starken wissenschaftlichen Potenzial der Region.
Zahlen und Fakten
- Rund 7.500 Spezialisten, Techniker und Ingenieure arbeiten in den Aerospace-Unternehmen der Hauptstadtregion
- Etwa 17.000 Beschäftigte sind in der luftverkehrsbezogenen Wirtschaft tätig
- Schauplatz einer der umsatzstärksten und weltweit drittgrößten Branchenmesse, der Innovation and Leadership in Aerospace Berlin (ILA).
- Optimale Vernetzung der regionalen Aerospace Industrie in der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA)
- Regionale Kernkompetenzen der Unternehmen in Satellitentechnologien, Antriebstechnik, Maintenance, Overhaul und Repair (Flugzeuginstandhaltung), Simulation, Testing, Engineering und Softwareentwicklung sowie der Gestaltung des urbanen Luftraums (UAM)
Kompetenzzentrum für Raumfahrttechnologien und New Space
Traditionell prägt das Segment der Kleinsatelliten den regionalen Raumfahrtsektor. Drei Akteure der Region stellen Kleinsatelliten her: Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH, Berlin Space Technologies und die TU Berlin. Die TU Berlin ist weltweit die Universität mit den meisten Satelliten im Orbit.
Mit dem Thema "New Space" erobert eine wachsende Anzahl von hier angesiedelten Startups den neuen Markt. So hat im Jahr 2021 beispielsweise das Berliner Startup LiveEO GmbH mithilfe von Satellitendaten erstmalig das gesamte US-Stromnetz mit mehr als 7 Mio. Meilen analysiert.
Mehr als 70 Unternehmen, Ausbildungs- (z. B. beSpace GmbH) und Forschungszentren (z. B. DLR, HU Berlin, Ferdinand Braun Institut) in der Hauptstadtregion streben in den Weltraum. Sie bündeln ihre Expertisen und bilden ein ganzheitliches, interdisziplinäres regionales Kompetenzzentrum für Raumfahrttechnologien und -anwendungen.
Regionale Drohnentechnologien erobern den Markt
Neu hinzugekommen sind zivile unbemannte Flugsysteme. Über 60 Akteure aus den Bereichen Forschung (z. B. DAI Labor, das European Aviation Security Center), Entwicklung (z. B. germandrones GmbH, Multirotor Beteiligungsgesellschaft mbH, BärDrones) und Anwendung (z. B. Airteam) entwickeln die Hauptstadtregion zu einem führenden Standort für unbemanntes Fliegen. Modellprojekte wie der Transport von Laborproben und Medikamenten an der Berliner Charité erschließen den urbanen Luftraum.
Ausgewählte Aerospace-Unternehmen und Forschungseinrichtungen
Netzwerke, Initiativen und Verbände
Wissenschaftliches Umfeld
Unternehmen und Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie profitieren vom Know-how eines starken regionalen Forschungsnetzwerks:
- TU Technische Universität Berlin (Raumfahrttechnik, Logistik, Verkehrs- und Maschinensysteme)
- BTU Cottbus-Senftenberg
- TH Wildau
- TH Brandenburg a. d. Havel
- Fraunhofer Einrichtung Polymercomposite PYCO
- Fraunhofer Berlin IPK
- BHT Berliner Hochschule für Technik
- Embry-Riddle Aeronautical University
- European Aviation Security Center EASC e.V.
- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung
- HU Humboldt-Universität zu Berlin
- FBH Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik
Die TU Berlin richtete 1963 Deutschlands ersten Lehrstuhl für Raumfahrttechnik ein und zählt heute zu den renommiertesten Einrichtungen weltweit – und ist die Universität mit den meisten Satelliten im Orbit.
Die Fraunhofer-Institute und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin übernehmen Forschungs- und Entwicklungsaufträge von der regionalen Industrie.
Die Universität Potsdam betreibt eine Forschungsstelle für Öffentliches Recht, Medienrecht und Luft- und Weltraumrecht.
Die DLR-Mission MERTIS kartografiert Merkurs Temperaturen. Das Weltraumteleskop PLATO ist seit 2018 unter Berliner Leitung auf dem Weg zum Merkur, um die Atmosphäre von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu messen. 2020 wurden im Vorbeiflug bereits einige Instrumente an der Venus getestet.