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Visum und Aufenthaltstitel - Was ist was?

Ein Visum berechtigt zur Einreise in die Bundesrepublik und wird bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung, also der deutschen Botschaft oder dem Generalkonsulat, im Heimatland beziehungsweise im Land des Aufenthalts beantragt.  Das Schengen-Visum (Kategorie „C“) erlaubt einen kurzfristigen Aufenthalt bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen. Für Personen, die in der Bundesrepublik studieren, arbeiten oder sich dauerhaft aufhalten möchten, wird ein nationales Visum (Kategorie „D“) erteilt.

Übersicht der Aufenthaltstitel

Ein Aufenthaltstitel berechtigt zum Aufenthalt in Deutschland und schließt die Erlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit  mit ein oder schließt sie, je nach Gesetzesgrundlage des Aufenthaltstitels, aus. Der Aufenthaltstitel kann ausschließlich bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. Die Zuständigkeit der Ausländerbehörde richtet sich nach dem Ort, in dem die betreffende Person sich melderechtlich angemeldet hat. Ein Aufenthaltstitel wird nur vergeben, wenn die Person auch eine deutsche Krankenversicherung nachweisen kann.

Sowohl ein Visum als auch ein Aufenthaltstitel wird jeweils nach einem bestimmten Zweck vergeben und ist für eine festgelegte Zeit gültig.

Übersicht der relevanten Visa und Aufenthaltstitel für Arbeitnehmer

Staatsangehörige, die für die Einreise nach Deutschland ein Visum benötigen oder trotz der Berechtigung zur visumsbefreiten Einreise ihren Status (Tourist) in Deutschland nicht ändern können, müssen vor der Arbeitsaufnahme in Deutschland ein Visum im Heimatland, beziehungsweise im Land des Aufenthalts beantragen.

Staatsangehörige, die ohne Visum einreisen und ihren Status hier ändern können (Tourist zu Arbeitnehmer/Selbstständiger), müssen vor Arbeitsaufnahme einen Aufenthaltstitel zum Zweck der Beschäftigung bei der Ausländerbehörde beantragt und erhalten haben.

Visumspflicht -  Informationen des Auswärtigen Amtes
Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung


Aufenthaltstitel zur Beschäftigung nach §18 Aufenthaltsgesetz

Ein Aufenthaltstitel zur Beschäftigung kann erteilt werden, wenn eine qualifizierte Berufsausbildung vorliegt sowie ein konkretes Arbeitsplatzangebot oder ein Arbeitsvertrag nachgewiesen werden kann und die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung des Betreffenden zugestimmt hat. Im begründeten Einzelfall kann ein Aufenthaltstitel erteilt werden, wenn an der Beschäftigung des Antragstellers ein regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.

Die Prüfung, ob ein regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht, erfolgt im Zusammenspiel der Partner.

Variante I

Variante II

Aufenthaltstitel zur Beschäftigung nach §19a Aufenthaltsgesetz (Blaue Karte EU)

Drei Voraussetzungen müssen für den Erhalt einer Blauen Karte erfüllt sein. Diese sind

  1. ein deutscher oder in Deutschland anerkannter ausländischer Hochschulabschluss,
  2. ein konkretes Arbeitsplatzangebot, beziehungsweise ein unterschriebener Arbeitsvertrag, der der Ausbildung angemessen ist und
  3. ein Jahresbruttogehalt von mehr als 53.600€ (2019).


Die Gehaltsschwelle für sogenannte Mangelberufe, vor allem in den Bereichen Mint, IT und Medizin, liegt etwas tiefer bei 41.808€ brutto. In diesen Fällen ist eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zur Beschäftigung notwendig.


Vorteile der Blauen Karte gegenüber anderen Aufenthaltstiteln zur Erwerbstätigkeit sind vor allem der Familiennachzug ohne vorzuweisende Deutschkenntnisse und die Möglichkeit zum Erhalt einer (unbefristeten) Niederlassungserlaubnis für die Bundesrepublik nach lediglich 21 Monaten (bei nachgewiesenen Deutschkenntnissen), beziehungsweise 33 Monaten.

Verlängerung und Wechsel des Aufenthaltstitels für Arbeitnehmer

Verlängerungen des Aufenthaltstitels und Veränderungen der Grundlage des Aufenthaltstitels zur Beschäftigung, wie zum Beispiel ein Wechsel des Arbeitgebers oder ein Wechsel der Position im Unternehmen, erfordern die Zustimmung der Ausländerbehörde, also eine erneute Antragstellung. Für Aufenthaltstitel zur Beschäftigung nach §18 oder §19a (Blaue Karte EU) muss die Zustimmung der Ausländerbehörde zum Arbeitgeberwechsel oder zu einem Wechsel der Position im Unternehmen nur innerhalb der ersten zwei Jahre neu beantragt werden.

Investoren, Selbständige, Freiberufler und ausgewählte Personen

In ausgewählten Fällen (Investoren, Selbstständige und Freiberufler, sowie Personen, die von besonderem wirtschaftlichen oder kulturellem Interesse für das Land Berlin sind) erteilt der Business Immigration Service der Ausländerbehörde Berlin auch für Einzelpersonen Aufenthaltstitel, die nicht durch eine Firma vertreten werden. Hierbei wird die Verbindung meist hergestellt über Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie oder über die IHK Berlin. In diesen ausgewählten Fällen muss ein begründetes wirtschaftliches oder kulturelles Interesse des Landes Berlin vorliegen. Freiberufler können sich grundsätzlich an ihr jeweiliges Ländersachgebiet der Ausländerbehörde wenden. 

Antragsunterlagen für Selbstständige

Ansprechpartner bei der Industrie- und Handelskammer Berlin:

Maxim Kempe
Starter Center und Start-ups
+49 30 31510-298


Ansprechpartner bei der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH:

Burkhard Volbracht
Bereichsleiter Talent | International
+49 30 46302-315

Marion Schönicke
Sachbearbeiterin Talent | International | Business Immigration Service
+49 30 46302-432

David Kremers
Projektmanager Talent | International
+49 30 46302-353

Für Investoren und bestehende Unternehmen:
Kompetenzfelder bei Berlin Partner
Für Existenzgründer und bestehende Unternehmen:
Branchen IHK
Gesundheitswirtschaft / Life Sciences
IKT, Medien und Kreativwirtschaft
Verkehr, Mobilität, Logistik
Energietechnik
Optik
Chemie und Kunststoffe
Ernährung und Konsumgüter
Dienstleistungswirtschaft
Bau- und Immobilienwirtschaft
Dienstleistungen
Digitale Wirtschaft
Gesundheitswirtschaft
Handel
Industrie
Kreativwirtschaft
Tourismus
Verkehr

Weitere Aufenthaltstitel

Weitere Aufenthaltstitel, die für Firmen von Relevanz sein können, die ausländische ArbeitnehmerInnen einstellen möchten:

  • Aufenthaltstitel zum Studium (§16 Absatz 1 Aufenthaltsgesetz)
    Ausländische Studierende können im Rahmen ihres Aufenthaltstitels 120 volle oder 240 halbe Tage innerhalb von 12 Monaten einer Beschäftigung nachgehen, sowie einer studentischen Nebentätigkeit.
  • Aufenthaltstitel zur Arbeitsplatzsuche nach erfolgreichem Studienabschluss in Deutschland (§16 Absatz 5 Aufenthaltsgesetz)
    InhaberInnen eines solchen Aufenthaltstitels sind berechtigt, während der 18-monatigen Gültigkeit uneingeschränkt einer Beschäftigung nachzugehen. Wegen des deutschen Hochschulabschlusses ist zudem die anschließende Änderung des Aufenthaltstitels in einen Titel zur Beschäftigung erleichtert.
  • Familiennachzug zu Deutschen (§28 Aufenthaltsgesetz), zu AusländerInnen mit gültigem Aufenthaltstitel (§30 Aufenthaltsgesetz) oder zu EU-BürgerInnen (§3 Freizügigkeitsgesetz EU)
    Menschen, die durch einen Familiennachzug (Ehe oder der Ehe gleichgestellte Partnerschaften) einen gültigen Aufenthaltstitel besitzen, können uneingeschränkt einer Beschäftigung nachgehen.

Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse

Die Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse ist über die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) möglich. Dazu wird online ein Antrag gestellt und anschließend mit allen benötigten Unterlagen per Post versandt. Hierfür genügen einfache Kopien und zertifizierte Übersetzungen. Innerhalb von ca. drei Monaten erhält man eine Antwort.

Ist der Zweck der Anerkennung der Erhalt einer Blauen Karte, wird der Antrag innerhalb von zwei Wochen bearbeitet.

Informationen zur Zeugnisbewertung

Gut zu wissen ...

Besser früher als später: Auch wenn die BIS-Kooperationspartner Hand in Hand arbeiten, um die Berliner Wirtschaft bestmöglich zu unterstützen, ist ein frühzeitiges Einreichen der Unterlagen erforderlich.

Befristete Aufenthaltstitel aus anderen Ländern der Europäischen Union haben keine Gültigkeit in Deutschland.

Wenn ein AntragstellerIn sich früher bereits für längere Zeit in Deutschland aufgehalten hat (kein touristischer Aufenthalt), kann es zu Verzögerungen kommen. Dann wird seitens der Botschaft die Einreisestelle der Berliner Ausländerbehörde involviert, was mitunter bis zu drei Monaten dauern kann.